Neubeginn 1947


Als Ende der vierziger Jahre der Sport wieder existieren durfte, wollten sich die Mitglieder im neugegründeten Ruderverein auch wieder an den Ruderwettkämpfen beteiligen. So wurden schon 1950 die Regatten in Brandenburg und Potsdam besucht. Ab 1951 wurde dann mit Jugendlichen, unter der Leitung und Aufsicht von Kurt Schebel, Claus Dahl und Günther Hildebrandt, ein organisiertes Training aufgenommen. Die sich nun systematisch aufbauende Trainingsarbeit trug ab 1952 zu vielen Erfolgen auf den Regattaplätzen der sich gebildeten DDR und Berlin-West bei. Dabei war die Erringung eines DDR-Jugendbesten 1953 im Doppelvierer mit Steuermann der Junioren, so nannte man seinerzeit die Meister, ein erster Höhepunkt in der sich anbahnenden positiven Entwicklung des Nachwuchsleistungssportes.


Ein Grundstein für die Entwicklung war die Bemühung von Kurt Schebel, das Schülerrudern einzuführen, was anfangs offiziell am Widerstand der entsprechenden staatlichen Behörden scheiterte, ihn aber nicht hinderte, sein Konzept durchzusetzen. Die weitere Entwicklung des Rudersportes hat seine Pionierleistung bestätigt. Lag vor dem Kriege der Schwerpunkt des Wettkampfruderns beim Riemenrudern, so wurde ab den fünfziger Jahren besonders das Skullrudern in Werder bevorzugt. Ab 1959 übernahmen Karl Graefe und Hans-Jörg Dahl die Übungsleitergeschicke des Vereins. Diese wurden von ihnen fast 25 Jahre, unterstützt von vielen Ruderbegeisterten, ausgeführt bis hauptamtliche Trainer die für den Verein erfolgreiche Zeit fortführten. Die beiden Übungsleiter haben versucht, den erlernten Ruderstil, in Verbindung mit einer intensiven Wintertrainingsarbeit, unter heute nicht mehr vorstellbaren Bedingungen, zu verbessern und zu vermitteln. Besonders augenscheinlich ist, dass es immer Doppelzweierbesatzungen waren, die den Erfolg der Werderschen Farben brachten. Dies waren:

Hanes Graefe - Hans-Jörg Dahl
1955 - 1958
Peter Knick - Eberhard Nusch
1960 - 1963
Hartmut Königer - Hans-Joachim Woitke
1963 - 1966
Hartmut Duif - Jürgen Schmücker
1966 - 1968
Werner Große - Karl Hintze
1966 - 1968
Wolfgang Wegener - Heinz Weinhardt
1967 - 1970
Br. Ahrenholz - Sabine Große
1967 - 1970
Steffen Müller - Axel Seidel
1973 - 1976
Michael Helmig - Christoph Thiel
1976 - 1978
Timor Schöps - Torsten Weinhardt
1982 - 1984
Claudia Ertelt - Sylke Göhler
1986 - 1988


Diese Ruderinnen und Ruderer haben nicht nur viele Meister, Vizemeister und hervorragende Platzierungen bei Meisterschaften, Spartakiaden und Landesmeisterschaften im Doppelzweier errudert, sondern waren auch als Kern von Doppelvierermannschaften oder im Einer erfolgreich. Besonders die Leistungen von Peter Knick, Hartmut Königer, Sabine Große, Timor Schöps, Claudia Ertelt und Sibylle Kumm sind als Meister oder Platzierte hervorzuheben.Erfolge wurden auch im Jugend- und Juniorenbereich mit Mannschaften in Renngemeinschaften mit Hennigsdorf, Brandenburg, Potsdam oder Plaue erzielt. Die Aufzählung der nur wichtigsten Erfolge und der Ruderinnen und Ruderer würde statistisch interessant sein, aber den Umfang dieser Information sprengen.


Ab den achtziger Jahren wurde der Übungsleiterbetrieb von hauptamtlichen Trainern übernommen, deren wesentliche Aufgabe in der Suche nach geeigneten Kadern im Schülerbereich für die Ruderschwerpunkte lag und die Förderung der jugendlichen Ruderer fast vollständig einschränkte. Diese Problematik war zwar nicht durch den langjährigen Trainer, Heinz Diener gewollt, führte aber durch den Druck von außen zu einer fast einseitigen Entwicklung des Vereins zum Kinderleistungssport. Die langjährige Stärke des Vereins, eine intensive Schüler- und Jugendarbeit wurde auf diese Weise empfindlich gestört.


Dass der vom Verein bis zum Anfang der achtziger Jahre eingeschlagene Weg auch für Ruderer im Junioren- und Seniorenbereich national und international erfolgreich sein konnte, wurde durch Hans Graefe, Sabine Große, Brigitte Ahrenholz, Ralf Brudel, Torsten Weinhardt und Renè Küken bewiesen. Brigitte Ahrenholz und Ralf Brudel brachten es sogar, wie alle wissen, zu Olympia- und Weltmeisterehren. Der Vorstand des RKW von 1918 e. V. freut sich, mit Dr. Brigitte Ahrenholz einen "Medicus" in den Reihen des Klubs zu haben. Die engagierte Chirurgin lässt es sich nämlich nicht nehmen, Werders junge Wettkampfsportler sportärztlich zu betreuen.

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